Vulkanschule

Vulkan – Fakten

Unsere Erde ist ein sehr unruhiger Planet. Erdbeben, Vulkane, Bergrutsche und Tsunamis, mal kaum spürbar und mal mit katastrophalem Ausmaß, machen dies fast täglich deutlich. Ständig ist die Erdoberfläche in Bewegung. Ein Thema, das auch immer wieder meine Region, die Eifel, im wahrsten Sinne des Wortes bewegt.

Sicherlich hast du auch Fragen rund um den Vulkanismus. Einige Antworten auf interessante Fragen, die ich bekommen habe, möchte ich dir hier vorstellen:

 

 

Wie viele Vulkane gibt es weltweit?

Heute gibt es weltweit ca. 1.500 aktive Vulkane. Die Vulkanologen zählen hierbei alle Vulkane, die in den letzten 10.000 Jahren ausgebrochen sind. Weltweit werden jährlich 50 bis 60 Vulkanausbrüche registriert. Diese Ausbrüche finden nicht nur entlang des so genannten Feuerrings, in Neuseeland, Indonesien, Japan, Hawaii, Nord- und Südamerika sondern auch in Europa statt. Ätna, Stromboli, Vesuv oder Pico del Teide sind die bekanntesten aktiven Vulkane Europas.

 

Welcher ist der aktivste Vulkan?

Der Kilauea-Vulkan auf der Insel Hawaii ist sicher der aktivste Vulkan der Erde. Aber der Stromboli auf der gleichnamigen italienischen Insel kommt nicht weit dahinter. Er ist der aktivste Vulkan Europas und seit vielen tausend Jahren ununterbrochen tätig. Der Ätna auf Sizilien steht an zweiter Stelle der aktiven Feuerberge in Europa. Gasaustritte und Erdbeben werden hier täglich registriert. Aber immer wieder kommt es auch zu großen Ausbrüchen. So öffneten sich am 26. Oktobers 2002 an der Südflanke des Berges und an der Nordostflanke Eruptionsspalten, aus denen mit gewaltigen Explosionen Lava austrat. Als der Ausbruch am 28. Januar 2003 endete, hatte der Vulkan 60–70 Millionen m³ Lava ausgespuckt und riesigen Schaden angerichtet, Im Frühjahr 2008 begann eine neue, eruptive Phase, bei der Lavaströme aus einer Spalte am Fuße des Südostkraters quollen. Nach knapp 14 Monaten kamen die Eruptionen an Ostflanke des Ätna im Juli 2009 zum Erliegen. Aktuell kommt es am Ätna zu Gasaustritten und nächtlichem Glutschein am Südostkrater, jedoch ohne Lava-Eruptionen.

 

Seit wann gibt es Vulkane in der Eifel?

Die Eifel ist eines der jüngsten mitteleuropäischen Vulkanfelder. Vor 600.000 Jahren setzte eine heftige Eruptionstätigkeit ein, die erst vor 10.000 Jahren zum Erliegen kam.

 

Stimmt es, das die Vulkane der Eifel noch mal ausbrechen können?

Auch heute noch treffen wir überall auf Spuren vulkanischer Aktivitäten. So treiben vulkanische CO2-Ausgasungen, für jeden Besucher sichtbar, den Geysir Andernach bis zu 60 Meter in die Höhe. Die Mofetten am Ostufer des Laacher Sees zeugen ebenfalls von der Aktivität im Erdinnern. Auch Erdbeben weisen auf vulkanische und tektonische Aktivitäten hin. Nach Angaben des Landesamtes für Geologie und Bergbau gibt es in Rheinland-Pfalz jährlich rund 25 bis 50 natürliche Erdbeben. In der Regel liegen die Stärken bei 1,5 bis 3,0. Leichte Erschütterungen unter diesen Werten werden in der Eifel noch viel häufiger registriert. Am 03.Augsut 2007 bebte es allerdings gewaltiger. Ein Erdbeben der Stärke 4,0 schreckte an diesem Morgen die Bewohner aus den Betten. Das Epizentrum lag bei Plaidt und das nicht zum ersten Mal. Schon am 23. April und am 22. Mai 2004 wackelte die Erde bei Plaidt spürbar mit einem Wert von 3,7 bzw.3,9. Für Experten alles Zeichen von Aktivitäten im Erdinnern. Für sie ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Vulkane wieder ausbrechen. In 100, 1.000 oder 100.000 Jahren, das weiß niemand. Diese Zeitspannen sind in der Geologie nur ein Wimpernschlag.

 

Gibt es Vulkane auf anderen Planeten?

Auf allen Planeten könnte es Vulkane gegeben haben. Die neuesten Bilder vom Mars zeigen den Krater eines riesigen, erloschenen Vulkans. Auch auf unserem Mond gab es einmal Vulkane. Du kannst noch heute ihre alten Lavafelder als dunkle Flächen erkennen.

 

Wo gibt es die meisten Vulkane?

Die meisten Vulkane gibt es an den Plattengrenzen. Dort wo die ozeanischen Platten an den Rändern der Kontinente abtauchen und im Erdmantel, der mächtigsten mittleren Schale im inneren Aufbau der Erde, wieder aufgeschmolzen werden. Kurz hinter diesen Plattengrenzen liegen die Zonen, wo die Erdkruste besonders viele Risse und Spalten hat. Das Magma steigt dort aus dem Erdmantel auf und bildet an der Erdoberfläche die Vulkane.

 

Kann es neue Vulkane geben?

Ja, es können tatsächlich neue Vulkane entstehen. Ein Beispiel: 1943 entstand der Vulkan Paricutin in Mexico. Er brach urplötzlich in einem Maisfeld aus und war nach fünf Tagen schon 180 Meter hoch. Nach einem Jahr hatte er eine Größe von 430 Metern erreicht. Der Bauer, der auf dem Maisfeld arbeitete, konnte das Wachsen des Vulkans beobachten. Neue Vulkane entstehen aber nur dort, wo schon alte Vulkane in der Nähe waren.

 

Kann Wasser einen Vulkan löschen?

Es gelingt nur ganz selten, Lavaströme zu löschen. Normalerweise ist die Lava viel zu heiß, um von Wasser gelöscht zu werden. Das Wasser würde sofort verdampfen, wenn es mit der Lava in Berührung kommt. Ein Lavastrom kann auch ohne Wasser an der Oberfläche abkühlen, aber im Inneren noch weiter fließen. Er schafft sich praktisch einen Tunnel. Der Deckel aus erstarrter Lava schützt den Lavastrom dann gut gegen Abkühlung. So kann die Lava viele Kilometer weiter fließen. Gelegentlich ist es den Menschen aber schon gelungen, Lava wie ein Feuer zu löschen. So pumpten sie beispielsweise aus Schläuchen und Rohren Meerwasser auf die Lava des Vulkans. Oder sie buddelten mit großen Baggern einen Kanal, in den sie die Lava leiteten. Meistens jedoch stoppt der Lava-Nachschub erst, wenn der Vulkan sich beruhigt hat.

 

Gibt es auch Vulkane unter Wasser?

Am Meeresboden gibt es sogar sehr viele Vulkane, die meisten von ihnen kennen wir noch gar nicht. Dort ist durch die Vulkantätigkeit an den Rändern der auseinandertreibenden Erdplatten mitten im atlantischen Ozean der Mittelozeanische Rücken entstanden. Einige der unterseeischen Vulkane haben die Wasseroberfläche erreicht. So bildeten sich aus Vulkanen ganze Inseln. So ist zum Beispiel auch Island entstanden.

 

 

Vulkanische Rekorde

 

Der größte Vulkan auf der Erde ist der Mauna Loa auf Hawaii. Er ragt 4139 Meter über dem Meeresspiegel auf. Da Hawaii ja eine Insel ist, ragt der Mauna Loa aber vom Ozeangrund auf. Das Meer ist dort 5000 Meter tief, das bedeutet, dass der Mauna Loa insgesamt über 9000 Meter hoch ist. Damit ist er höher, als der Mount Everest, der höchste Berg der Erde.

Der höchste Vulkan auf dem Festland ist der Nevado Ojos del Salado in Chile. Er ist 6885 Meter hoch.

Die höchste vulkanische Ausbruchswolke ging vom Vulkan Taupo in Neuseeland aus. Er spie seine Aschewolke 50 Kilometer hoch.

Der Vulkanausbruch, der die meisten Menschenleben forderte, war der im Jahre 1815 auf Sumbawa. Durch den Vulkan Tambora starben 92.000 Menschen.

Lavaströme können bis zu 50 km/h schnell werden. Dieser Rekordwert wurde am Vulkan Piton de la Fournaise gemessen.

Die kälteste Lava der Welt fördert der Ol Doinyo Lengai in Tansania. Seine besondere kalkhaltige Lava hat Temperaturen zwischen 500 und 600 Grad Celsius. Damit ist sie nur halb so heiß wie normale Lava.