Vulkanschule

Römische Geschichte

Lange vor der Anwesenheit der Römer lebten hier in unserer Region die einheimischen Kelten. Sie trieben Handel mit den weit entfernt lebenden Römern am Mittelmeer und lernten durch sie eine Maschine, die Mühle, kennen, die ihr Leben vereinfachen sollte. Die Zubereitung des täglichen Brots wurde schneller und weniger anstrengend.

Julius Ceasar und die Mühlen

55. v. Chr. eroberte Julius Caesar unsere Gegend und beeindruckte durch eine technische Leistung. Kaum war er hier, baute er eine Brücke über den Rhein zwischen Andernach und Koblenz und wollte auch die auf der anderen Seite wohnenden Germanen überwältigen.

Aber die Römer konnten nicht nur Brücken sondern auch Häuser aus Stein bauen. Das gefiel den Bewohnern und sie erlernten die neue Technik.

Den Wert unserer Steine erkannte aber auch der erste römische Kaiser Augustus. Für seine Pläne zur Eroberung Germaniens benötigte er eine Maschine die viel Mehl für das Essen der Soldaten herstellen konnte.
Somit brauchte er große Mengen Mayener Basaltmühlsteine zur Versorgung seiner Legionen.

Auch die Gründung der Stadt Köln erforderte ebenfalls immense Mengen Tuffsteine, die im Tal des Krufter Baches und im Brohltal zu finden sind.

Der Limes – Grenze zweier Weltmächte

Sein Nachfolger Kaiser Tiberius beendete die Germanienfeldzüge. Der Limes wurde die neue Grenze zwischen dem römischen Reich und der germanischen Welt. Die Römer nannten unsere Landschaft mit Westerwald und Eifel die Provinz Obergermanien.

In den friedlichen Zeiten entstanden überall römische Städte mit öffentlichen und prächtigen Bauten. Die dafür benötigten Tuffsteine wurden in unterirdischen Bergwerken wie beispielsweise dem Römerbergwerk Meurin gebrochen.
Für die Versorgung der Einwohner mit Lebensmitteln waren zahlreiche Bauernhöfe, so genannte villae rusticae zuständig.

Export der Mühlsteine – ein riesen Erfolg

Die Mühlen aus den Basaltsteinbrüchen, wie dem Mayener Grubenfeld wurden ein echter Exportschlager.

Im Hafen von Andernach wurden sie auf Schiffe geladen und über den Rhein weit verhandelt. Händler verkauften Mühlen in weit entfernte Gegenden wie in die Schweiz oder nach England. Jeder Haushalt, der es sich leisten konnte war stolz auf seine Mayener Mühle.

In diesen friedlichen Zeiten ging es den Bewohnern unserer Region gut. Ein neues Gewerbe entstand. Der Ton zwischen Mayen und Mülheim-Kärlich eignete sich hervorragend um Töpferwaren herzustellen. Die größten Töpfereien standen in Weißenthurm und Urmitz. Deren Kochtöpfe waren besonders feuerfest und wurden gerne von Soldaten, die am Limes stationiert waren gekauft.

Im Schutz des Limes fühlten sich die Menschen sicher. Andernach und Mayen wurden bedeutende Orte für Wirtschaft und Handel.

Die Germanen kommen

Aber die Zeiten änderten sich. Ab 260 n. Chr. überfielen immer wieder Germanen von der anderen Rheinseite unsere Städte und Bauernhöfe, um zu plündern und zu stehlen.
Unsere römische Provinz Obergermanien wurde verkleinert und die Grenze des römischen Reiches vom Westerwald an den Rhein verlegt.

Die Leute hatten Angst. Der römische Staat musste sich zum Schutz seiner Bevölkerung etwas einfallen lassen. Andernach bekam eine schützende Stadtmauer und in Mayen errichtete man eine große Befestigung auf dem nahen Katzenberg. Hierhin konnten die Bürger vor den einfallenden Germanen fliehen und wurden von den Soldaten, die auf der Katzenberger Befestigung wohnten, verteidigt.

Für die Töpfereien von Weißenthurm war die Lage am Rhein – der Grenze – zu gefährlich geworden. Sie zogen nach Mayen, wo es sicherer war. Die Schutzmaßnahmen des römischen Staates halfen und die in Mayen hergestellten Töpfe waren schnell so begehrt, dass die Töpfereien wuchsen und wuchsen. Bald waren Mayener Töpfe so wichtig wie Mayener Mühlsteine.

Mayen und Andernach haben die unruhigen Zeiten der Germaneneinfälle unbeschadet überstanden.
Die Töpfereien von Mayen sollten von nun an über 1000 Jahre bis an das Ende des Mittelalters große Mengen an Geschirr herstellen. Mayener Steine werden heute noch gebrochen. Auch der Hafen von Andernach ist immer weiter gewachsen und bietet Platz für große Schiffe aus der ganzen Welt. Die römische Stadtmauer wird gerade von Archäologen ausgegraben und überall in unserer Region finden wir Reste aus den vergangenen Zeiten.